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Opinion / Leadership


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Reinhard Maibaum , Business Consultant, Germany

Warum sind Berater in Deutschland mehr ein Übel als notwendig?


Besonders in Deutschland, anders als in den USA, werden Berater nur sehr zögerlich, wenn sie nichts kosten vielleicht schon eher, eingesetzt. Ich spreche nicht von den Beratern, die sich im schwarzen Anzug hinsetzen, Aktenordner durchwühlen, Statements machen und dann wieder verschwinden. Ich gehe von mir aus. Ich führe wenige aber intensive Gespräche mit den Entscheidungsträgern. Die wichtigsten Schwachstellen werden beschrieben und in einem Bericht dem IST-Zustand und Verbesserungsvorschlägen zusammengefasst. Wenn die Umsetzung der Verbesserungen statt finden soll, begleite ich die Umsetzung vor Ort und vertrete die Firma bei Sachargumentation gegenüber z. B. der Zollbehörde oder Bundesamt für die Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA. Kleine und Mittelständige Firmen bekommen max. 3.000,- EUR aus dem EU Sozialfond ersetzt. Mein Honorar liegt 100 - 300 EUR über dem Zuschuss. Trotz der "kostenlosen" aber nicht minder effektiven Beratung lassen sich wenige Firmen darauf ein. Das verstehe ich nicht. Ich bin auf dem Gebiet Zoll und Außenwirtschaft tätig und kann mit vielen praktischen Erfahrungen aufwarten. Der Stellenwert der Zollabwicklung oder Genehmigungsplichten ist eher gering. Ich werde wohl auch nicht verstehen, warum Geschäftsführer sehenden Auges sich einer Strafverfolgung aussetzen. Geschäftsführer sind per Grundsätzen der BRD ebenfalls die Ausfuhrverantwortlichen und damit persönlich haftbar bei Verstößen gegen die Außenwirtschaftsgesetze. Es kommt leider erst dann ein Umdenken, wenn ein Prüfer vom Hauptzollamt auf die unentdeckten Zollprobleme stößt. Wenn der Staatsanwalt ermitteln will, hat er nur ein Ziel, der Firma zu einer Geld- und dem Geschäftsführer zu einer entsprechenden Freiheitsstrafe zu verhelfen. Auf den Gedanken Steuerberater einzustellen, wird wohl kaum jemand kommen. Das sind meistens Fachleute mit umfangreichen Wissen des Steuerrechts. Die Aufgaben in einem mittelständigen Unternehmen würden auch keine Steuerberater ausfüllen. Zum Zollwesen (übrigens auch Steuern beim Import) und zur Außenwirtschaft sind solche Überlegungen nicht einmal Ansatzweise vorhanden. Da muss ein dafür ausgeguckter Mitarbeiter oder Mitarbeiterin zum Beispiel technische Zusammenhänge wissen, um eine Zolltarifnummer zuzuordnen oder die Güterbeschreibung in der Ausfuhrliste lesen zu können. Das kann aber ein kaufmännisch geschulter Mitarbeiter nicht. Und die Anforderung der Behörden nehmen zu. In 2010 ist eine neue Behörde zur Sicherheit der Lieferkette auf den Plan getreten, nämlich das Luftfahrtbundesamt. Um den Anforderungen zum Bekannten Versender zu erfüllen, werden einige Firmen an den Verladestellen Umbaumaßnahmen vornehmen müssen. AEO, Bekannter Versender, Einreihung des Warenkataloges/der Stücklisten, eine einmalige Zuordnung zur Ausfuhrliste und die Beschreibung der Abläufe sind zeitlich begrenzbare Projekte.

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